Steiermark
Weinhügel im Süden, Almen und Glashäuser im Norden.

Die Steiermark hat zwei Gesichter, und beide haben mit Essen zu tun.
Im Süden, an der Grenze zu Slowenien, die Weinstraße: steile Hügel, Reben bis an den Horizont, Buschenschanken, in denen man Brettljause und Sauvignon Blanc bekommt, der zu den besten der Welt gehört, ohne dass die Welt es besonders laut sagt. Die Landschaft wird gern Toskana genannt; sie ist grüner, kühler und ehrlicher.
Im Norden, in der Obersteiermark, die Berge: Hochschwab, Almen, Wirtshäuser, in denen Wild und Kürbiskernöl auf den Tisch kommen. Hier oben, auf dem Pogusch, hat die Familie Reitbauer aus einem Wirtshaus einen Ort gemacht, den Köche aus der halben Welt besuchen.
Die Steiermark ist das Bundesland, in dem Österreich am besten isst — und am wenigsten damit angibt.
Wer beides will, fährt zwei Stunden: morgens Weinberge, abends Almen. Wir würden beides an einem Wochenende nicht empfehlen. Wählt. Für den Süden: das Weingut Maitz in Ratsch, Wirtshaus und Weinhotel in einem, mit Blick über die Reben. Für den Norden: das Steirereck am Pogusch, wo man in Baumhäusern schläft und morgens im Glashaus zwischen Zitronenbäumen frühstückt. Kommt im September, zur Lese im Süden und zum ersten Frost im Norden.





