
Mallorca, dreimal anders — und einmal Menorca
Ein Stadtpalais in Santanyí, ein Landgut in den Hügeln bei Artà, ein Haus für Leute, die sich bewegen wollen — und auf der Nachbarinsel ein Hof, der zeigt, was Mallorca einmal war.
Mallorca wird seit fünfzig Jahren missverstanden, und das Missverständnis hält die falschen Leute fern. Die Insel, die wir meinen, liegt abseits der Südküste: in den Ortskernen der Kleinstädte, in den Hügeln des Nordostens, in Fincas, die vor der Fernsehwerbung gebaut wurden.
Drei Häuser, drei Arten, Mallorca zu wohnen. Und eine kurze Überfahrt.


Can Ferrereta: der Palast im Dorf
Santanyí im Südosten ist eine Kleinstadt aus goldenem Sandstein, mit Markt am Samstag und Buchten in zwanzig Minuten. Can Ferrereta ist ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert mitten im Ort, 2020 als Hotel eröffnet: 32 Zimmer um Gärten und Patios, ein Spa mit Innenpool und Hamam, eine Kunstsammlung, die man nicht erklärt bekommt, und das Restaurant OCRE auf der Terrasse.
Es ist das Haus für Leute, die in einem Dorf wohnen wollen — mit Bäcker, Bar und Plaza — und dabei hinter dicken Mauern schlafen.



Es Racó d'Artà: das Landgut
Ganz im Nordosten, in den Hügeln über Artà, liegen 185 Hektar Land, auf denen zwei Mallorquiner aus einem alten Gut einen Ort für das Nichtstun gemacht haben: acht Suiten im Haupthaus, 21 Casitas und zwei Häuser mit Pool verteilt über das Gelände, ein Spa, Yoga, Wanderwege, die auf der Finca beginnen und enden.
Die Textilien im Haus nehmen Bezug auf die Weberei der Insel; die Küche auf den Garten. Es Racó ist kein Hotel, in dem man Ausflüge plant. Man bleibt auf dem Land und lässt die Tage zerlaufen.


Aethos: das Haus für Bewegung
Aethos Mallorca positioniert sich nicht als Strandresort, und das ist der Punkt. Es ist ein Haus für Leute, die morgens laufen, radfahren oder schwimmen wollen und abends gut essen — mit der Tramuntana als Terrain und einem Team, das die Wege kennt. Das Mallorca der Radfahrer, der Bergwanderer, der Frühaufsteher.
Man wohnt gut, isst gut, und ist tagsüber nicht da. Für viele ist das die richtige Insel.


Und Menorca: Son Blanc
Eine halbe Stunde Flug oder eine Nacht Fähre weiter liegt Menorca, die Insel, die Mallorca nicht sein wollte: Biosphärenreservat, keine Küstenstraße, Buchten, zu denen man läuft. Bei Alaior hat man aus einem alten Lloc — einem der weißen Gehöfte der Insel — Son Blanc gemacht: vierzehn Zimmer, eigener Garten, eigene Küche, die Strände des Südens zwanzig Minuten entfernt.
Son Blanc ist das Mallorca, das es vor 1960 gab. Man muss dafür die Insel wechseln.
Praktisch
Palma ist von allen drei Häusern unter einer Stunde entfernt. Beste Zeit: Mai und Oktober — leer, günstig, mildes Licht. Für Menorca die Fähre ab Alcúdia (eine Stunde) oder den Flug ab Palma (dreißig Minuten).


