
Slowenien in zwei Häusern
Vier Hütten auf tausend Metern über dem Soča-Tal und ein Wasserschloss auf einer Flussinsel im Südosten. Zwei Stunden Fahrt, zwei Länder in einem.
Slowenien ist so klein, dass man es an einem Tag durchquert, und so vielfältig, dass man es in einer Woche nicht versteht. Im Westen die Julischen Alpen und ein Fluss, dessen Farbe man nicht glaubt. Im Südosten Hügel, Reben und ein Schloss im Wasser.
Zwei Häuser, die jeweils ihre Ecke des Landes auf den Punkt bringen — und die man an einem Wochenende verbinden kann, wenn man zwischen ihnen die ganze Breite des Landes durchfährt.



Nebesa: über dem Tal
Livek ist ein Dorf auf tausend Metern oberhalb von Kobarid, an der Grenze zu Italien, mit Blick auf die ganze Kette der Julischen Alpen und tief unten das türkise Band der Soča. Nebesa — das Wort heißt Himmel — sind vier Chalets für je zwei Personen auf einer Terrasse am Hang, aus Holz und Glas, mit einem Wellnessbereich mit drei Saunen und einem Keller, aus dem man sich mit Wein und Käse aus dem Tal bedient.
Die Familie ist mit Ana Roš und der Hiša Franko verbunden, dem Restaurant in Kobarid, das aus einem Tal, das niemand kannte, eines der besten der Welt gemacht hat. Man merkt es am Frühstück. Nebesa ist nur für Erwachsene und nur für Leute, die morgens die Berge sehen wollen und sonst nichts.


Grad Otočec: das Schloss im Fluss
Zwei Stunden südöstlich, in Dolenjska, fließt die Krka langsam durch ein breites Tal, und auf einer Insel darin steht seit dem 13. Jahrhundert das einzige Wasserschloss Sloweniens. Otočec ist heute ein Hotel mit Türmen, Park, Tennisplätzen und einer Brücke, über die man abends nach Hause kommt.
Es ist ein Schloss, in dem man wirklich schläft — nicht ein Museum mit Zimmern. Die Küche nimmt den Cviček ernst, den leichten, sauren Rotwein, den man nur hier trinkt. Für einen Anlass, den man später erzählt. Von hier ist Zagreb näher als Ljubljana, und beide sind eine Stunde weg.
Praktisch
Anreise über Ljubljana, Triest oder Venedig. Reihenfolge: zuerst die Berge, dann das Schloss — oder umgekehrt, wenn man aus Zagreb kommt. Beste Zeit: Juni, wenn die Soča Hochwasser hat und die Krka warm wird, oder Oktober für die Buchen im Tal und die Lese im Südosten. Die Hiša Franko vor dem Chalet reservieren.


